Frontkamera und BoomSound

HTC hat sein neues Flaggschiff HTC 10 enthüllt: Das Android-6-Smartphone soll mit gutem Klang, starkem Display und einer Weltneuheit in Sachen Kamera punkten. COMPUTER BILD hat es bereits ausprobiert.

 

 

Testfazit: HTC 10

Das HTC 10 bietet aktuelle Top-Technik in einem hochwertigen Alu-Gehäuse. Anders als bei den meisten Konkurrenten ist die Frontkamera auch für ernsthafte Fotos und Videos geeignet, bietet sogar einen optischen Bildstabilisator. Endlich scheint HTC auch das richtige Maß für Kamera-Auflösung und Fotoqualität bei wenig Licht gefunden zu haben. Für Hi-Fi-Fans gibt es 24-bit-Audio und einen vergleichsweise hochwertigen Kopfhörer.

Pro

  • Scharfes, gutes Display
  • Front-Kamera mit Bildstabilisator
  • Hohes Reaktionstempo
  • Turbo-Ladefunktion
  • 24-bit Audio

Kontra

  • Akku nicht wechselbar
  • Kein drahtloses Laden

Einschätzung der Redaktion: gut

 

HTC steht unter Druck: Schicke Smartphones aus Vollmetall hat mittlerweile fast jeder Hersteller von Android-Smartphones im Angebot. Kann sich HTC mit dem neuen Flaggschiff HTC 10 von der Masse unterscheiden? Der erste Praxis-Test von COMPUTER BILD findet es heraus!
 

HTC-10-Design: Schluss mit Rund

Wer das neue HTC in der Hand hält, erkennt auf den ersten Blick einen deutlichen Unterschied zu den Vorgängern der One-Serie: Zwar steckt auch das HTC 10 in einem Vollmetall-Gehäuse. Statt Rundungen regieren diesmal Kanten die Gehäuseseiten, immerhin sind sie leicht angeschrägt und damit entschärft. Wegen des niedrigen Winkels gibt es keine allzu scharfen Stellen. Dafür hat das HTC 10 jetzt mehr Charakter, ist auf einen Blick von der Konkurrenz zu unterscheiden, die meist nur abgerundete oder aber ganz gerade Kanten bietet. Anders als das Galaxy S7 ist das HTC 10 nicht wirklich wasserdicht, soll aber immerhin nach IP53-Norm gegen Staub und Regen (genauer: gegen „fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte“) geschützt sein. Im ersten Praxis-Test gefiel die unter dem Bildschirm angebrachte echte Home-Taste mit eingebautem Fingerabdrucksensor. Anders als bei den Vorgängern, wo die Home-Taste als Symbol unten auf dem Display eingeblendet war, ist damit die Display-Fläche stets voll nutzbar. Das HTC 10 kommt in Silber, Gold und Schwarz.

HTC-10-Display: Knackscharf

Bislang hatte HTC stets die Meinung vertreten, ein Full-HD-Display sei für normale Smartphone-Größen völlig ausreichend. Das stimmt auch. Dennoch hat sich HTC jetzt der Konkurrenz von Galaxy S7 und Co. gebeugt und stattet den 5,2-Zoll-Bildschirm mit irre scharfer Quad-HD-Auflösung (2560x1440 Pixel) aus. Anders als gemutmaßt basiert der Bildschirm nicht auf AMOLED-Technik, sondern auf LCD. Farbdarstellung und Blickwinkelabhängigkeit wirkten im ersten Praxis-Check aber gut.

HTC 10: Front-Kamera mit Weltneuheit

HTC selbst hatte bereits im Vorfeld via Twitter geprahlt, die neue Kamera biete eine Weltneuheit. Die gibt es tatsächlich. Allerdings ist sie nur für Selfie- oder Videochat-Fans interessant. Denn erstmals bei einem Smartphone trägt beim HTC 10 auch die Frontkamera einen optischen Bildstabilisator. Dieser hilft theoretisch gegen allzu wacklige Videos und ermöglicht zudem bessere Aufnahmen im Dämmerlicht, da die Blende ohne Verwacklungsgefahr länger geöffnet bleiben kann. Mit 5-Megapixel-Auflösung und einer lichtstarken Blende f/1,8 ist die Frontkamera gut ausgestattet. Zudem sind auch HDR-Aufnahmen und Videos mit Full-HD-Auflösung möglich. Eine hübsche Idee hat sich HTC von Apple abgeschaut. Optional blitzt das Display bei Fotos kurz hell auf, dient so gewissermaßen als Blitzersatz. Abgesehen von der Bildschärfe und der Pixel-Größe ist die Frontkamera beim HTC 10 damit deutlich mehr als nur eine Kamera für Gelegenheits-Selfies.

Die Ultrapixel-Kamera kehrt zurück

Für die meisten Nutzer allerdings dürfte die Kamera auf der Rückseite derzeit noch wichtiger sein. Hier kehrt HTC zurück zu den Wurzeln und präsentiert eine neue Generation der mit dem Vorvorgänger HTC One M8 eingeführten Ultrapixel-Technologie. So wurde die Auflösung gegenüber dem Vorgänger HTC One M9 ähnlich wie beim Samsung Galaxy S7 auf 12 Megapixel reduziert. HTC zufolge soll der Kamerasensor im HTC 10 dadurch die aktuell größten Pixel (1,55 Qm gegenüber 1,12 Qm beim HTC One M9) aufweisen. So könnte die Kamera besonders viel Licht einfangen. Für bessere Fotos bei schlechter Beleuchtung soll auch die lichtstarke Blende von f/1,8 sowie der optische Bildstabilisator sorgen. Bei ersten Testaufnahmen machte die HTC-Kamera ordentliche Bilder, in etwa auf Niveau von Galaxy S6 und S7. Eine genauere Bewertung wird erst der ausführliche Labortest liefern. Zudem sind 4K-Videoaufnahmen und Zeitlupen-Aufnahmen (120 Bilder pro Sekunde bei 720p-Auflösung) möglich. Laut HTC soll die Kamera innerhalb von 0,6 Sekunden aufnahmebereit sein. Ein Laser-Autofokus der zweiten Generation soll auch bei Motiven in weiterer Entfernung schneller scharfstellen. Das Objektiv besteht aus sechs Linsen und einem Infrarotfilter. Stolz zeigte sich HTC bei der Präsentation ebenfalls über den optionalen Pro-Aufnahmemodus in der Kamera-App. Wer will, kann hier als Speicherformat das für die Bildbearbeitung beliebte RAW-Format (mit 12 bit Farbtiefe) einstellen, das allerdings mehr Speicherplatz benötigt.

HTC 10: Reagiert sehr flott

Das HTC 10 ist eins der ersten Smartphones, die in Europa mit Qualcomms neuem Top-Prozessor Snapdragon 820 auf den Markt kommen, der mit bis zu vier Kernen arbeitet (zwei sehr schnelle bis 2,2 GHz, zwei stromsparende bis 1,6 GHz). Dazu gesellen sich üppige vier Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) und 32 Gigabyte interner Speicher. Einen Speicherkartenschacht soll es weiterhin geben. Anders als bei Samsung lassen sich Speicherkarten auch als Ersatz für internen Speicher formatieren, sodass man dort Apps direkt installieren kann. Ein Problem mancher Android-Smartphones sind kurze Mikro-Verzögerungen bei der Bedienung der Menü-Oberfläche. Selbst bei Samsungs S7 sind diese hin und wieder zu finden. HTC verspricht, dass so etwas beim HTC 10 nicht auftreten soll: Die HTC-eigene Sense-Oberfläche (HTC Sense 8) wurde abgespeckt, um die Bedienung des darunterliegenden Android 6 nicht auszubremsen. Außerdem verspricht HTC künftig schnellere Updates: Die Oberfläche lässt sich unabhängig von der Geräte-Firmware einfach als App über den Google Play Store aktualisieren. Auch an anderen Stellen setzt HTC auf Tempo: Auf der Unterseite steckt ein neuartiger USB-Typ-C-Anschluss im neuen schnellen USB-3.1-Standard, WLAN ac ist vorhanden und LTE sogar mit bis zu 450 Mbps möglich (in Deutschland aktuell noch in keinem Netz unterstützt).

HTC 10 mit starkem Akku

Mit einer Akku-Kapazität von 3.000 mAh ist das HTC 10 gut ausgestattet. Allerdings darf man gespannt sein, wie sich der neue starke Prozessor und der superscharfe Bildschirm in der Praxis auf die Akkulaufzeit auswirkt. Sollte der Akku im HTC 10 einmal leer sein, klappt das Nachtanken flotter als bisher: HTC liefert endlich standardmäßig ein Schnellladenetzteil mit, das auf Basis von Qualcomms Quickcharge-3.0-Technologie einen leeren Akku in rund 30 Minuten wieder halb aufladen kann. Ein einfacher Akkuwechsel ist nicht möglich, das Gehäuse lässt sich anders als beim LG G5 nicht einfach öffnen.

 

Boom-Sound und Apple Airplay

Auf der Unterseite trägt das HTC 10 nur einen Lautsprecher. Dennoch soll das Handy einen kräftigen Klang (von HTC Boom-Sound genannt) bieten, denn ein weiterer Lautsprecher ist im oberen Bereich des Gehäuses versteckt. Wie bei einer Zweiwege-Box im Wohnzimmer soll dabei der untere Lautsprecher Tiefen und Mitten zum Klingen bringen, für hohe Frequenzen ist das obere Chassis gedacht. Die gesamte Klangverarbeitung erfolgt in 24 Bit, der Kopfhörer-Verstärker soll zudem ein besonders starkes Signal liefern. In einem Hörtest kann das HTC 10 die Wiedergabe-Frequenzen so abstimmen, dass sich Schwächen des eigenen Gehörs bei bestimmten Frequenzen teilweise ausgleichen lassen. Dazu werden angeblich besonders gute Hi-Res-Kopfhörer mitgeliefert. Diese wirken im ersten Eindruck gut verarbeitet, die Klangqualität konnte COMPUTER BILD noch nicht abschließend beurteilen. Cleveres Extra für Nutzer mit Apple-Technik zu Hause: Apples Airplay-Technik ist eingebaut, so dass Musik auch über ein Apple TV oder Receiver oder Musikempfänger mit eingebauter Airplay-Technik erfolgen kann. Für Tonaufnahmen und Telefonate mit verringerten Hintergrundgeräuschen sind drei Mikrofone eingebaut.

 

Fazit: HTC 10

Das HTC 10 ist kein revolutionäres Produkt. Aber insbesondere bei Kamera und Klang haben sich die HTC-Ingenieure viel Zeit genommen, damit das Smartphone auch im Detail überzeugt. In puncto Fotoqualität scheint HTC endlich die misslungenen Experimente der Vorgänger-Generationen hinter sich zu lassen. Details wird der finale Labor-Test zu Tage bringen. Unabhängig davon steht fest: Für HTC-Fans dürfte das HTC 10 das bislang beste Smartphone der Taiwaner sein. Doch um Kunden etwa von Samsung und Huawei zu überzeugen, fehlt dem HTC 10 ein markantes Alleinstellungsmerkmal.

Verfügbarkeit und Preis

Mittlerweile hat HTC auch Preis und Termine genannt. Das HTC 10 ist ab Anfang Mai für 699 Euro (Preisempfehlung des Herstellers) verfügbar. Bei O2 wird es im Bundle mit dem AKG Y50-Headset verkauft. Eine Vorbestellung ist ab sofort auf der Internetseite von HTC möglich.

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